
Beispiele der Erinnerungskultur in Augsburg
Manche Orte erzählen ihre Geschichte nicht auf den ersten Blick. Wo Menschen einst ihre Freizeit verbrachten oder heute durch einen Park spazieren, geschahen Verbrechen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen.
Mit zwei little walks zur Erinnerungskultur entdeckst du zwei Orte in Augsburg-Haunstetten, die auf unterschiedliche Weise von der Zeit des Nationalsozialismus erzählen. Du erfährst, was hier geschah, wer die Opfer waren und wie wir heute an sie erinnern.
Der Alte Schießplatz Haunstetten
Vom Ausflugsziel zur Hinrichtungsstätte.
Ein Ort mit einer Geschichte, die überrascht und erschüttert.
Vor dem Zweiten Weltkrieg kamen Augsburger zum Alten Schießplatz, um spazieren zu gehen, einzukehren oder die Regimentskapelle zu hören. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderte sich der Charakter des Geländes grundlegend. Die NS-Militärjustiz nutzte den Schießplatz als Hinrichtungsstätte. Mindestens 24 Soldaten und zehn zivile Zwangsarbeiter wurden hier erschossen.
In diesem little walk erzählt Robert Dürr die Geschichte des Ortes. Historische Hintergründe und persönliche Erinnerungen machen sichtbar, was hier geschah – und warum die Erinnerung daran bis heute wichtig ist.
Höre die Geschichte eines Ortes, der heute ruhig und beinahe vergessen im Augsburger Stadtwald liegt.
Der Alte Schießplatz Haunstetten.
Der Hermann-Frieb-Park
Auf den Spuren des ehemaligen KZ-Außenlagers Haunstetten.
Ein Park, der mehr erzählt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Wo heute Bäume stehen und Menschen spazieren gehen, befand sich während des Zweiten Weltkriegs das KZ-Außenlager Haunstetten, ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Tausende Häftlinge aus zahlreichen Nationen mussten für die Messerschmitt AG unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Im Januar 1944 waren rund 2.700 Menschen im Lager gefangen.
Mehrere Gedenkzeichen erinnern heute an die Opfer. Die Namen auf der Gedenkstele machen deutlich, dass hinter den Zahlen einzelne Menschen und ihre Schicksale stehen.
Der Park trägt den Namen Hermann-Frieb-Park. Der Sozialdemokrat und Widerstandskämpfer leitete während der NS-Zeit die illegale sozialistische Organisation Südbayerns. Im August 1943 wurde er hingerichtet.
Entdecke einen Erinnerungsort mitten in Haunstetten und erfahre, welche Geschichte sich hinter dem heutigen Park verbirgt.
Der Hermann-Frieb-Park
Erinnerungskultur bedeutet mehr, als sich an Vergangenes zu erinnern. Sie hilft uns, Zusammenhänge zu verstehen, Schicksale sichtbar zu machen und die Spuren der Geschichte in unserer heutigen Umgebung zu erkennen.
Nimm dir Zeit, höre genau hin und entdecke, was diese Orte über unsere Geschichte erzählen.
little walks – wir erinnern uns.

